Große Armut und wirtschaftliche Not prägten Mitte des 19. Jahrhunderts das Leben der Winzerfamilien im Ahrtal. Insbesondere die Häufung von Missernten und das Aufkommen der Kunstweinproduktion führten zu dramatischen Absatzverlusten.
Um die Situation der Winzer zu verbessern, gründeten 18 Winzer des Ortes am 20. Dezember 1868 die weltweit erste Winzergenossenschaft. Am 7. September 1869 wurde die Genossenschaft offiziell als Verein eingetragen. Die Winzer begannen, in Zeitungen zu annoncieren und Plakate in Restaurationen und Bahnhöfen aufzuhängen. Um den Wein zentral zu lagern, folgte 1873 der Bau eines Kellereigebäudes.
Nach der Fusion mit der Winzergenossenschaft Altenahr im Jahre 1982 sind heute noch 200 der 280 Mitglieder aktiv im Weinbau tätig und bewirtschaften insgesamt 120 Hektar Rebfläche. Jährlich werden um die 900 000 Liter Wein gekeltert. In den Kellern lagern und reifen etwa 2,5 Millionen Liter Wein verschiedener Sorten.
Wie an der Ahr üblich, wird auch hier vorwiegend Spätburgunder angebaut. Weitere Rotweinsorten sind Frühburgunder, Portugieser, Dornfelder, Domina und Regent. Auffällig ist der für die regionalen Verhältnisse hohe Rieslinganteil von 25 Prozent. Kerner, Weißburgunder und Rivaner (Müller-Thurgau) runden das Weißweinangebot ab.
Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr e.G.
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