In Dernau wohnen etwa 2.000 Menschen. Dernau kann auf eine lange Ortsgeschichte zurückblicken. Schon in der mittleren und jüngeren Steinzeit gibt es Spuren erster Besiedlung wie Steinbeile und Speerspitzen. Auch die Römer haben schon hier gelebt, was frühe Münz- und Gräberfunde beweisen.
Zwei Ruinen von Wasserburgen zeugen von mittelalterlichem Wohnen.
Im Ortsteil Marienthal wurde 1136 ein Augustinerinnenkloster gegründet. Es wurde 1632 von den Truppen Turennes niedergebrannt, jedoch 1699 wieder aufgebaut. Unter Napoleon wurde das Kloster säkularisiert. Das Gebäude faßte zunächst einen Teil einer staatlichen Weinbaudomäne, bevor es 2004 von privaten Winzern übernommen und nun weitergeführt wird.
Auf dem angrenzenden Krausberg befindet sich ein Aussichtsturm von dem aus sich das Tal überblicken läßt. Daneben kann eine an Sonntagen ganzjährig bewirtschaftete Einkehrhütte aufgesucht werden.
Dernau ist Sitz der "Ahrwinzer", einer Ahrwinzergenossenschaft. Wein aus Dernau genießt ein hohes Ansehen. Die ansässigen Winzer haben die Qualität des Weines aus Dernau nicht nur gesteigert sondern auch weiter bekannt gemacht.
Einen besonderen Höhepunkt im Ortsgeschehen bildet das alljährlich stattfindende 3-tägige Weinfest am letzen September-Wochenende, bei dem tausende von Gästen mit ihrer Weinkönigin feiern. Der Festzug am Sonntag rundet die Veranstaltung ab.
Museum des Kalten Krieges
Zwischen Dernau und Ahrweiler auf dem Silberberg befindet sich der ehemalige Regierungsbunker der BRD. 200 Meter der ehemals 19 kilometerlangen Tunnelanlage werden derzeit zu einem Museum des Kalten Krieges ausgebaut. Bald werden hier Gegenstände aus der früheren Anlage gezeigt. Die Eröffnung ist auf Ende 2007 angesetzt.
In den Jahren 1960 bis 1972 entstand aus einem alten Eisenbahnstollen unterhalb des Rotweinwanderweges zwischen Marienthal und Ahrweiler ein ausgeklügeltes 19 Kilometer langes Röhrensystem. Vierzig Jahre lang galt die Angelegenheit als "streng geheim". Im Falle eines chemischen Krieges oder eines Atomkrieges war die Anlage als Ausweichsitz für die wichtigsten Verfassungsorgane des Bundes vorgesehen. Nach Ende des Ost-Westkrieges verlor diese Festung des Atomzeitalters ihre ursprüngliche Bedeutung.
Darin sollten 3000 Personen des öffentlichen Lebens vor einem Angriff mit chemischen, biologischen oder atomaren Waffen geschützt sein. Ihr Überleben sollte in 897 Büros, 936 Schlafräumen, Kabinettsaal und Sanitär- und Kücheneinrichtungen 30 Tage lang gewährleistet sein. Von 2001 bis 2006 wurde dieser Bereich bereits vollständig zurückgebaut.
In Zusammenarbeit mit dem Bund wird der Kreis und Heimatverein Alt-Ahrweiler das neue Museum betreiben. Die tonnenschweren Schleusentore, originale Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände aus Büros, dem Hospitalbereich und die sanitäre Anlagen sollen das Museum möglichst authentisch zu einem Denk- und Mahnmal machen. Es ist geplant, das Museum des Kalten Krieges an den Rotweinwanderweg anzubinden.