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Burgen

 

Es gibt schon erste Besiedlungsspuren in der Eifel seit der Steinzeit 5000 Jahre vor Chr. Bis 500 nach Christi diente die Eifel als hochzivilisiertes Hinterland einer der größten Militärmaschinerien der Antike, den Römern. In Bad Neuenahr-Ahrweiler zeugt die Römervilla am Silberberg noch heute von der weit fortgeschrittenen Wohnkultur jener Zeit.

Seit Jahrhunderten schon ist die Ahr ein wichtiger Verkehrsweg zu rohstoffreichen Gebieten. Zahlreiche Burgen auf den Bergen entlang der Ahr zeugen vom jahrhundertealten Reichtum dieser Region. Auch der Weinbau im unteren Ahrtal trug dazu bei. Während der Karolingerzeit sicherten sich bereits geistliche Herrschaften Grundbesitz an den begehrten Weinbauflächen. Der Grund wurde auch mit Adelsburgen abgesichert. Nirgendwo in Deutschland ist die Dichte von Burgen auf engem Raum so hoch wie hier.

1246 schenkte Graf von Are Altenahr und Ahrweiler dem Kölner Erzstift. Das Bistum räumte mit den benachbarten Widersachern auf. Ahrweiler  wurde neben Bonn, Andernach und Neuss zur Mithauptstadt von Kurköln ernannt und entsprechend befestigt.

Auf der Landskron baute sich König Philipp eine mächtige Gipfelburg zur Überwachung des verkehrsreichen Ahrtales. Im mittleren Ahrtal bauten sich der Hochadel, die Grafen von Are die Burgen Are und Nürburg und Bad Neuenahr.
Im oberen Ahrtal bauten der Herzog von Aremberg und der Graf von Blankenheim ihre Burgen. Dank der Gewinnung von Braunkohle und Eisen und der Herstellung von Produkten aus Eisen in ihren Eisenwerken im Ahrtal sind sie zu ihrem Reichtum gekommen. Diese beiden Dynastien blieben unabhängig. Sie brauchten sich nie einem der vier Großterritorien Trier, Luxemburg, Jülich oder Köln, zu unterwerfen.


In den Kriegen der beginnenden Neuzeit wurde das Ahrgebiet mehrfach verwüstet. Während des Dreißigjährigen Krieges diente es als Durchgangsstrasse und zur Einquartierung der Truppen. Immer wieder mußte die Landbevölkerung den Truppen Verpflegung zur Verfügung stellen. Es kam zu großen Hungersnöten.
Das Ahrtal war für die Franzosen das Ausfalltor zur Rheinlinie ihres Herrschaftsgebietes. Im 3. Raubkrieg Ludwig XIV versuchten die Franzosen die Grenze an den Rhein vorzuschieben. Dafür benutzten sie das Ahrtal als Anmarschweg.
1689 ging das ganze Tal in Flammen auf. Die meisten Burgen wurden erobert. Sie verloren ihre strategische Bedeutung. Aus Angst vor Raubgesindel wurden die Großburgen von ihren Herren selbst in die Luft gesprengt.

Noch heute können wir einige Burgen und Ruinen erwandern. Sie verleihen dem Ahrtal bis heute ein besonderes Gesicht.



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